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Es gibt Bereiche im Leben, da hat man ein starkes Selbstvertrauen und in anderen fühlt man sich unsicher. Es passiert jedoch auch oft, dass Menschen ihr Selbstvertrauen aus diversen Gründen plötzlich verlieren.

Selbstvertrauen bedeutet für mich, die eigenen Stärken, Kompetenzen und Erfolgsgeschichten zu kennen und erfolgreich einzusetzen. Dazu gehört auch, sich selbst zu vertrauen und den Mut zu haben, neue Erfahrungen zu sammeln. Ein weiterer Aspekt ist, Menschen auf Augenhöhe zu begegnen und selbstbestimmt zu handeln.

Kennst du Menschen, die plötzlich an ihren Fähigkeiten zweifeln? Ich begegne solchen Menschen immer wieder in meinen Beratungen. Viele haben meistens aufgrund einer Restrukturierung, wegen eines Vorgesetztenwechsels oder weiteren Gründen ihren Job verloren. Zusätzlich wurden einige von ihnen auch über einen längeren Zeitraum klein gemacht und klein gehalten. Das Selbstvertrauen und der Glaube in ihre Stärken und Kompetenzen gingen dabei verloren. Dies obwohl sie davor bei einer anderen Firma oder anderen Vorgesetzten für ihre Arbeit gelobt wurden. Die meisten von ihnen halten an dem fest, was negativ gelaufen ist. Die guten Zeiten und Erfolgsgeschichten rücken in den Hintergrund und sind somit nicht mehr wirklich präsent.

In meinen Beratungen stelle ich gerne die Frage, wie lange jemand im Job zufrieden war und wie lange die unzufriedene Phase angedauert hat. Bei den meisten zeigt sich, dass die Phase der Zufriedenheit länger ist als die der Unzufriedenheit. Nehmen wir als Beispiel, dass jemand 5 Jahren lang zufrieden war und 1 Jahr unzufrieden. Diese Zahlen visualisiere ich dann auf einer Timeline, z.B. am Flipchart oder im virtuellen Kontext auf dem Whiteboard. Dadurch können meine Klienten:innen bildlich sehen, dass die Phase der Zufriedenheit länger war, obwohl sie den Fokus auf die kürzere letzte negative Phase gelegt haben. Ich ermutige sie, den Fokus auf die positiven Jahre zu legen. Dabei kommen diverse Interventionen zum Einsatz, um zu lernen, mit der Vergangenheit Frieden zu schliessen und zuversichtlich und optimistisch in die Zukunft zu blicken.

Nur du kannst es verhindern, klein gemacht und klein gehalten zu werden.

Aktivierung von vorhandenen Ressourcen

Um das Selbstvertrauen wieder aufzubauen, ist es somit wichtig, an den Stärken und Kompetenzen zu arbeiten, um sich dieser wieder bewusst zu werden. Ich empfehle meinen Klienten:innen, eine Liste dafür zu erstellen. Dabei können sie ihre alten Arbeitszeugnisse als Erinnerung nehmen und weitere Ressourcen konsultieren. Ebenfalls empfehle ich, die eigenen Erfolgsgeschichten nicht nur im Kopf, sondern auch schriftlich zu notieren. Einfache Fragen dazu wären: Was war die Situation oder Herausforderung? Was habe ich gemacht, um diese anzugehen und zu lösen? Was war das Resultat? Falls dich das Thema interessiert, recherchiere die STAR-Methode im Internet für den Aufbau von Erfolgsgeschichten. Du findest viele Beispiele dazu. Mein Tipp für dich wäre, dich schon jetzt mit diesem Thema vertraut zu machen und nicht erst, wenn du möglicherweise auf Jobsuche bist.

Nach der Erarbeitung der Erfolgsgeschichten geht es auch darum, diese zu verinnerlichen und zu üben. Ich meine nicht auswendig zu lernen, sondern so zu üben, dass man sie authentisch erzählen kann. Eine Idee wäre, sich die Situationen bildlich vorzustellen, resp. sich lebhaft in die Situation zurückzuversetzen. Erfolgsgeschichten lösen auch positive Emotionen aus, was zu einer vorteilhafteren Körpersprache führt. Es braucht Zeit, dies alles umzusetzen, doch das Resultat kann sich sehen lassen und das Selbstvertrauen wird dadurch definitiv gestärkt.

Je besser du in der Übung bist, desto einfacher holst du dein Selbstvertrauen zurück.

Mutig Neues ausprobieren

Ein weiterer Weg, sich selbst wieder zu vertrauen, ist, den Mut aufzubringen, Neues auszuprobieren. Was meine ich damit? Ich höre immer wieder: «Nein, das kann ich doch nicht», «Ich bin nicht gut genug», «Ich habe keine/wenig Erfahrung» etc. Viele Menschen unterschätzen ihre innere Umsetzungskraft. So ging es auch mir vor vielen Jahren. Dort, wo ich vorbereitet und sicher war, dass ich es schaffen könnte, hatte ich den Mut, neue Dinge auszuprobieren. In anderen Bereichen jedoch unterschätzte ich mich und dachte, dass ich es nicht könne. Ich hatte mir selbst mentale Barrieren geschaffen. Dazu habe ich dir im Blog zum Thema Selbstbild eine persönliche Geschichte erzählt. Es ging dort u.a. um das Akzeptieren von Stärken und Schwächen anhand des Beispiels von meiner Lägerngrat-Wanderung inklusive Höhenangst-Coaching von 2019.

Was hat mir sonst noch geholfen, in einigen Situation mein Selbstvertrauen zu stärken? Im Jahr 2017 habe ich den LinkedIn-Artikel «Wie du Selbstvertrauen trainieren kannst» publiziert. Es ging um die Power-Posing-Übung der Sozialpsychologin Amy Cuddy. In ihrem TEDx Talk berichtet sie, was mit uns jeweils passiert, wenn wir eine schwächende Haltung oder eine selbstbewusste Haltung wie das Power Posing einnehmen und wie dadurch unsere Gedanken und Gefühle beeinflusst werden. Sie empfiehlt, die Power-Posing-Übung täglich 2 Minuten zu trainieren und so zu tun, als ob man schon selbstbewusst geworden ist. Sie sagt „Fake it till you become it“. Für diverse berufliche und private Situationen wie z.B. wichtige Gespräche mit Entscheidungsträgern, hatte ich dies ausprobiert und einige Monate durchgezogen. Das Resultat war sehr beeindruckend. Ich empfehle diese Übung meinen Klienten:innen auch vor wichtigen Gesprächen oder Interviews.

Deine Körperhaltung beeinflusst wer du bist und sein wirst.

Von der Augenhöhe und Eigenverantwortung

Wieso ist es sonst noch wichtig, ein gutes Selbstvertrauen zu haben? Es hilft uns, Menschen im privaten und beruflichen Kontext auf Augenhöhe zu begegnen. Nehmen wir das Beispiel von einem Jobinterview. Ich erlebe immer wieder, dass Jobsuchende das Gefühl haben, sie seien am kürzeren Hebel und begegnen somit den potenziellen Arbeitgebenden nicht auf Augenhöhe. Gründe könnten sein, dass man den Jobverlust bisher nicht verkraftet hat. Dies spürt das Gegenüber, was zu einem Nachteil führen kann. Somit ermutige ich meine Klienten:innen, zuerst an sich zu arbeiten, um dann mit gestärktem Selbstvertrauen Gespräche zu führen.

Dazu gehört auch zu lernen, selbstbestimmt zu handeln, d.h. weg von der Opferrolle und hinein in die Rolle des Gestalters des eigenen Lebens. Es braucht Mut, Willen und Durchsetzungsvermögen, etwas, was einen beschäftigt, anzugehen und zu verändern. Das Thema Persönlichkeitsentwicklung ist nicht für jeden. Viele rennen lieber weg, anstatt Eigenverantwortung zu übernehmen und sich an die erste Stelle zu setzen. Ich weiss, wovon ich spreche, weil ich jahrelang von mir weggerannt bin, bis ich im Jahr 2007 diverse Schicksalsschläge erlebt habe. Dann kam der Wendepunkt in meinem Leben. Dazu habe ich in meinem Hauptartikel Selbstführung & Selbstverwirklichung berichtet.

Begegne dir selbst auf Augenhöhe, bevor du anderen begegnest.

Schlüsselfaktoren der Selbstführung und Selbstverwirklichung

Selbstvertrauen ist, wie ich es bereits in meinem Hauptartikel beschrieben habe, einer der Schlüsselfaktoren von Selbstführung und Selbstverwirklichung für ein erfolgreiches, zufriedenes und glückliches Leben.

Ich möchte dich ermutigen, die Power-Posing-Übung von Amy Cuddy vor einem für dich wichtigen privaten oder beruflichen Gespräch auszuprobieren:

1. Stehe aufrecht und setzte deine Füsse schulterbreit auseinander.

2. Lege deine Hände auf deine Hüfte. Die Ellbogen sind nach aussen gerichtet. Die Schultern sind entspannt und leicht nach hinten gezogen. Dein Blick ist selbstbewusst und geradeaus gerichtet.

3. Nimm z.B. dein Handy und starte den Timer.

4. Halte die Power-Posing-Haltung für 2 Minuten aufrecht.

Wie ist es dir während des wichtigen Gesprächs und danach gegangen? Ich freue mich auf deine Gedanken dazu.

Hast du gemerkt, dass dein Bauch sich wölbt und du somit tiefer atmest? Fühlst du die Entspannung? Ich freue mich auf deine Gedanken dazu.

Vorschau nächster Blog

Im kommenden Blog werde ich auf die blauen Kreise, d.h. Lebensbereiche in meiner Train Visions® Grafik eingehen. Der Anfang macht das Thema Karriere mit meiner ganz persönlichen Geschichte. Ich freue mich, dass du dich weiter von mir inspirieren lässt, neue Wege zu gehen und die beste Version deines Selbst zu werden.

Hast du weitere Tipps zum Thema Selbstvertrauen? Ich freue mich auf deine Gedanken dazu.

Herzlichst, Giovanna

Ich bin Giovanna Lotito, Betriebsökonomin FH, und habe im 2010 meine Firma Giovanna Lotito iDea AG gegründet. Seit vielen Jahren unterstütze ich erfolgreich Fach- und Führungskräfte in der beruflichen Neuorientierung, LinkedIn-Präsenz und Persönlichkeitsentwicklung. Details findest du bei www.gl-idea.com.

Dieser Text erschien erstmalig als LinkedIn Newsletter.

 

Nachtrag Links Blogs:
Hauptartikel Selbstführung & Selbstverwirklichung
Schlüsselfaktor Selbstwertgefühl
Schlüsselfaktor Selbstmanagement
Schlüsselfaktor Selbstbild
Schlüsselfaktor Selbstreflexion
Schlüsselfaktor Selbstregulation