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Was nichts kostet, ist nichts wert. Was kosten wir uns selbst? Was meinst du, wie viel bist du dir selber wert? Unser Wert als Mensch ist unbezahlbar, doch viele erkennen dies nicht. Sie «verkaufen» sich unter ihrem Wert und vergleichen sich ständig mit anderen Menschen.

Ein gesundes Selbstwertgefühl bedeutet für mich anzuerkennen, dass wir alle einzigartige Wesen sind. Wenn wir unsere Talente und Berufung gekonnt einsetzen, verhelfen wir unserem Umfeld und uns selbst zu mehr Zufriedenheit, Erfolg und Glück im Leben. 

Kennst du das Gefühl, nicht gut genug zu sein? Kannst du dich noch erinnern, wie es sich in der Kindheit bis hin zum Erwachsenenalter anfühlte? Ich kenne es allzu gut. Es sind Aussagen, die sich in meinem Gedächtnis seinerzeit eingebrannt hatten. Ich glaubte daran und es wurde zu meiner Realität. Dann kam noch dazu, dass ich jahrelang unter Minderwertigkeitskomplexen litt. Einerseits musste ich sehr lange Zahnspangen tragen. Anderseits wurden die Komplexe durch die Aussage eines damaligen Mitschülers aus einer der Parallelklassen ausgelöst.

Dieser Mitschüler wusste, dass ich mich heimlich in einen Jungen verliebt hatte. Eines Tages erzählte mir dieser Schulkollege, dass der Junge, der mir so gut gefiel, dies erfahren hatte und zu ihm gesagt hätte: «Die chli und grusig spinnt uf mich!?!» Übersetzt aus dem Schweizerdeutsch wäre es «Die Kleine und Hässliche ist in mich verknallt!?!». Eine Welt brach für mich zusammen und mein Gedankengut war jahrelang: Ich bin hässlich und ohnehin nicht gut genug für diese Welt. Ich versank buchstäblich lange in Selbstmitleid. Es gab Zeiten in meinem Leben, da war ich richtig frustriert und fragte mich, wieso ich überhaupt auf dieser Welt war.

Was du von dir glaubst, formt deine Realität. 

Die starke Mauer als Selbstschutz

Die Minderwertigkeitskomplexe begleiteten mich auch noch im Erwachsenenalter. Wie kompensierte ich die negative Haltung mir gegenüber? Nach aussen zeigte ich mich stark und stürzte mich in Weiterbildungen und in viel Arbeit. Hauptsache, ich war beschäftigt. Ja, ich rannte buchstäblich vor mir weg. Von der «Flucht» ins Ausland und diversen Sprachaufenthalten erhoffte ich mir, dass es mir besser gehen würde. Einige Zeit funktionierte es tatsächlich, da ich in einem anderen Umfeld leben durfte. Ganz konnte ich jedoch mein destruktives Gedankengut nicht abschütteln.

Als ich wieder zurück in der Schweiz war, überkamen mich erneut alle alten Gefühle. Ich absolvierte eine Weiterbildung nach der anderen, um mir selbst zu beweisen, dass ich doch gut bin. Die härteste Zeit waren die 4 Jahre berufsbegleitendes Betriebsökonomiestudium von 2003 bis 2007. Ich musste dafür sehr viel lernen. Wenn ich mal eine schlechte Note einkassierte, war ich sehr enttäuscht von mir selbst. Ich war ständig in Konkurrenz mit mir selbst.

Auch wenn du flüchtest, holt es dich wieder ein. 

Verlorenes Selbstwertgefühl – vermeintlich durch andere

In meinen Beratungen begegne ich immer wieder Frauen, die ihr Selbstwertgefühl verloren haben. Die Ursache ist meistens ein Jobverlust oder eine Unzufriedenheit im aktuellen Job. Bei beiden Ausgangslagen gibt meistens die Parallele, dass sie jahrelang von ihren Vorgesetzten nicht auf Augenhöhe behandelt wurden. Sie wurden klein gehalten oder klein gemacht. Sind jetzt die Vorgesetzten schuld? Nein, denn sie spiegeln nur das, was man von sich denkt.

Wenn du denkst, dass du nichts wert bist oder keinen tiefen Wert hast, dann ziehst du genau solche Menschen in dein Leben, die dir das bestätigen. Erst wenn du gelernt hast, dich abzugrenzen und deinen Wert auf Augenhöhe zu kommunizieren, ändert sich dein Umfeld. Was will ich damit sagen? Wir müssen lernen, für uns einzustehen, egal, was andere von uns denken. Warte nicht auf eine Veränderung im Aussen, denn du bist die Veränderung, die du im Inneren durchlebst.

Hole dein Selbstwertgefühl durch innere Arbeit zurück. 

Sich so akzeptieren, wie man ist

In meinem ersten Blog mit dem Titel Selbstführung und Selbstverwirklichung für ein Leben, das Freude macht habe ich dir erzählt, dass meine Transformation nach dem Schicksalsjahr 2007 angefangen hat. Ich las damals sehr viele Bücher, die mich in meiner persönlichen Entwicklung immer ein Stück weiter in die positive Richtung brachten. Es vergingen jedoch Jahre, bis ich mich so akzeptieren konnte, wie ich bin. Wie ist es mir gelungen? Ich begann, an mich zu glauben und meinem Herzensweg zu folgen. Wir sind gut genug, so wie wir sind, und müssen weder uns noch anderen Menschen etwas beweisen.

Lerne zu differenzieren, was dein Ego möchte und was dein Herz dazu meint. Ich erwarte nicht mehr, dass jemand mir sagt, dass ich gut sei oder etwas gut gemacht habe. Im Gegenteil, ich habe gelernt, mein Ego zu beruhigen, mich zu akzeptieren und somit selbst meinen Selbstwert gestärkt. Ich habe erkannt, dass alle Erfahrungen, die ich machen musste, zu meinem Lebensweg gehörten, um gestärkt herauszukommen. Es war kein leichter Weg. Umso dankbarer bin ich, dass ich diesen Weg gegangen bin.

Was hat mir auch noch geholfen? Vor ein paar Jahren hat mich ein Kollege auf das Thema hochsensible Menschen (HSP = Highly Sensitive Person) aufmerksam gemacht. Ich hatte zuvor nie davon gehört und war neugierig, mehr zu erfahren. Laut Forschung sind mindestens 20 Prozent der Bevölkerung hochsensibel. Hochsensibilität ist eine natürliche Eigenschaft von Menschen, die äussere und innere Reize intensiver wahrnehmen und verarbeiten. Somit sind sie schneller einer Reizüberflutung und Überstimulation ausgesetzt.

Als ich mich intensiver mit diesem Thema befasste, verstand ich endlich, wieso ich so reagierte, wie ich reagierte. Ich lernte, mich abzugrenzen, mich so zu akzeptieren und meine Hochsensibilität als eine Stärke und Fähigkeit einzusetzen. Dazu habe ich vor ein paar Jahren den LinkedIn-Artikel Finde heraus, ob du ein hochsensibler Mensch (HSP) bist geschrieben.

Je mehr du von dir weisst, desto besser kannst du dich akzeptieren. 

Verzeihen zu können ist eine Königsdisziplin

Anfangs habe ich erwähnt, dass ich von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter durch diverse Erlebnisse negative Glaubenssätze hatte. Mittlerweile konnte ich den Menschen, die diese Erlebnisse verursachten, verzeihen. Ich habe persönliche Gespräche geführt oder mental vergeben mit der Briefeschreiben-Methode. Wie das funktioniert, habe ich vor ein paar Jahren hier in meinem LinkedIn-Artikel Loslassen – Mit dieser Technik funktioniert es berichtet.

Verzeihen löst negative Emotionen auf und schafft Freiräume für neue Energien. Sei dir bewusst, dass Energien deiner Aufmerksamkeit folgen. Ich empfehle dir, deinen Fokus auf positive Dinge zu legen und mit der Vergangenheit Frieden zu schliessen. Finde die für dich passende Methode. Du kannst nur gewinnen und Platz schaffen für neue Wege.

Springe über deinen Schatten und lerne zu verzeihen.  

Schlüsselfaktoren der Selbstführung und Selbstverwirklichung

Das Selbstwertgefühl ist, wie ich es bereits in meinem ersten Blog beschrieben habe, einer der Schlüsselfaktoren von Selbstführung und Selbstverwirklichung für ein erfolgreiches, zufriedenen und glückliches Leben.

Ich möchte dich unterstützen, dich deinem Selbstwert zu nähern und empfehle dir, die Antworten auf ein Blatt Papier mit dem Titel «Mein Selbstwertgefühl» zu notieren.

1. Wie stark ist mein Selbstwertgefühl, wenn ich es auf einer Skala von 1 (tief) – 10 (hoch) bewerte.

2. Was müsste geschehen, damit ich mein Selbstwertgefühl von der aktuellen Bewertung um eine Nummer erhöhe?

3. Schreibe nun drei konkrete und praktische Schritte auf, dies zu erreichen und terminiere sie in deiner Agenda.

Es ist wichtig, dass du ins Handeln kommst. Nur so kann sich etwas an deinem Selbstwert ändern. Lerne dich zu akzeptieren so, wie du bist. Übe dich in Verzeihen und sei dankbar, für alles, was dir das Leben geschenkt hat. Du wirst sehen, dass sich wundervolle Türen dadurch öffnen.

Schreibe mir ein Feedback, was du darüber denkst und daraus gewonnen hast.

Vorschau nächster Blog

Im kommenden Blog werde ich über den Schlüsselfaktor Selbstmanagement schreiben. Bist du gespannt? Lass dich inspirieren, neue Wege zu gehen und die beste Version deines Selbst zu werden.

Was interessiert dich beim Thema Selbstmanagement? Ich freue mich auf deine Gedanken oder Fragen dazu. 

Herzlichst, Giovanna

Ich bin Giovanna Lotito, Betriebsökonomin FH, und habe im 2010 meine Firma Giovanna Lotito iDea AG gegründet. Seit vielen Jahren unterstütze ich erfolgreich Fach- und Führungskräfte in der beruflichen Neuorientierung, LinkedIn-Präsenz und Persönlichkeitsentwicklung. Details findest du bei www.gl-idea.com.

Dieser Text erschien erstmalig als LinkedIn Newsletter.

 


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